| Auf der folgenden Seite finden Sie eine alphabetische Liste
bekannter Zertifizierungsgesellschaften in Deutschland ohne Anspruch
auf Vollständigkeit. Gerne nehmen wir jeder Zeit weitere Zertifizierungs-Institutionen
auf. Dabei ist zu beachten, dass nur wenige Institute, z. B. der
TÜV med in Essen, sich explizit auf die Zertifizierung von
Gesundheitseinrichtungen spezialisiert haben. Allerdings können
auch manche der branchenübergreifend tätigen Unternehmen
bereits einiges an Erfahrung im Gesundheitswesen vorweisen, zu nennen
wären hier z. B. TÜV-CERT und DQS.
Nähere Informationen zu Anzahl und Bereich der durch die einzelnen
Zertifizierungsgesellschaften erfolgreich auditierten Einrichtungen
können z. B. der „Zertifizierungsliste“ entnommen
werde, die als regelmäßige Beilage der Zeitschrift „Qualitätsmanagement
in Klinik und Praxis“ (Qualimed) der pmi Verlag AG, Frankfurt
erscheint.
Im Anschluss an die Tabelle mit Zertifiziereradressen werden nähere
Informationen zu Inhalt, Vorteilen und Ablauf einer Zertifizierung
gegeben.
| Name des Unternehmens |
Kürzel |
Anschrift |
| Dekra Certification Services (DCS) GmbH |
DEKRA-ITS |
Handwerkstraße 15
D-70565 Stuttgart |
Deutsche Gesellschaft zur Zertifizierung von
Managementsystemen mbH |
DQS |
August-Schanz-Str. 21a
D-60433 Frankfurt |
| I-med-Cert |
I-med-Cert |
Stockumer Str. 433
D-44227 Dortmund |
| Det Norske Veritas ZertifizierungsGmbH |
DNV-Zert |
Schnieringshof 10
D-45329 Essen |
Europäisches Institut zur Zertifizierung von
Managementsystemen und Personal |
EQ ZERT |
Auchertwiesenweg 5
D-89081 Ulm |
| Eurozert Gesellschaft für Zertifizierung von Personal
und Qualitätsmanagement-Systemen mbH |
EUROZERT |
Frenzenstraße 6a
D-50347 Erfstadt |
| Global Cert GmbH |
GLOBAL CERT |
Daimlerstraße 9
D-78559 Gosheim |
| IFTA Institut für Tiergesundheit und Agrarökologie |
ifta-Cert |
Neukirchstraße 26
D-13089 Berlin |
IQ Institut für Qualitätssicherung im
Gesundheitswesen GmbH
|
IQ |
Kirchstraße 29
D-48282 Emsdetten
|
| LGA InterCERT GmbH |
LGA InterCert |
Tillystraße 2
D-90431 Nürnberg |
| NIS Zertifizierungs- und Umweltgutachter GmbH |
NIS ZERT |
Dörnigheimer Straße 2
D-63452 Hanau |
| SGS-ICS Gesellschaft für Zertifizierungen mbH |
SGS-ICS |
Raboisen 28
D-20095 Hamburg |
TÜV Bayern Sachsen e.V. Zentralstelle für
Zertifizierung
|
TÜV Bayern |
Westendstraße 199
D-80686 München |
| TÜV Management Service GmbH |
TMS |
Westendstraße 199
D-80686 München |
| TÜV med |
TÜV med |
Langemarckstraße 20
D-54141 Essen |
TÜV NORD GRUPPE – Zertifizierungs- und
Umweltgutachtergesellschaft
|
TÜV Nord Gruppe |
Am TÜV 1
D-30519 Hannover |
| TÜV Product Service GmbH |
TÜV PS |
Ridlerstraße 31
D-80339 München |
| TÜV Rheinland Product Safety GmbH |
TÜV Rheinland |
D-51101 Köln |
TÜV-Zertifizierungsgesellschaft e.V.
(TÜV Rheinland und Hannover-Sachsen-Anhalt) |
TÜV-CERT |
Reuterstraße 159
D-53113 Bonn |
| Verein zur Qualitätssicherung und Zertifizierung für
den Mittelstand e.V. |
QZV |
Saint-Privat-Straße 13
D-81677 München |
Zertifizierung:
- Was ist das?
- Wie funktioniert das?
- Was müssen wir dafür tun?
Die Zertifizierung eines Qualitätsmanagement-Systems (QM-Systems)
ist die Bestätigung eines unabhängigen und anerkannten
Dritten, dass im Unternehmen ein QM-System besteht, in der Praxis
eingeführt ist und auch „gepflegt“ wird.
Kernpunkt einer Zertifizierung ist im Wesentlichen das Management
einer Praxis, eines Krankenhauses (bzw. auch nur einer Krankenhausabteilung)
oder einer sonstigen Einrichtung des Gesundheitswesens. Im Vordergrund
des Verfahrens stehen somit die Voraussetzungen der Organisation,
eine medizinische Qualitätsdienstleistung zu erbringen.
Eine von der Universität Gesamthochschule Kassel durchgeführte
empirische Untersuchung bei ISO-zertifizierten Unternehmen zeigte
folgendes Bild:
Ca. 90 % der Unternehmen konnten ihre Unternehmensstruktur deutlich
verbessern.
Fast die Hälfte der Unternehmen konnte die Durchlaufzahlen
in ihren Abläufen und Prozessen reduzieren.
Mehr als 66 % der Unternehmen stellten nach erfolgreicher Zertifizierung
eine deutliche Kostensenkung fest – im Wesentlichen bedingt
durch frühzeitige Fehlerkennung.
Fast 80 % der Unternehmen hatten nach der Zertifizierung den Eindruck
gewonnen, dass sie aufgrund des Zertifikates das Vertrauen ihrer
Kunden in die Organisation stärken konnten.
Was spricht für eine Zertifizierung?
- Wachsende Forderungen der Patienten
- Kostenreduzierung im Gesundheitswesen
- Gesetzliche Vorgaben
- Mitarbeitermotivation
- Außendarstellung, Öffentlichkeitsarbeit
- Stärkung im Wettbewerb
Ein weiteres zwingendes Zertifizierungsmotiv stellt das Zertifikat
als Mittel zur Verbesserung der eigenen Position bei möglichen
Schadensersatzklagen dar. Das Zertifikat dient nämlich nicht
nur der Information der Patienten und der Öffentlichkeitsarbeit,
sondert erleichtert auch enorm den Nachweis eines ordnungsgemäßen
Betriebsablaufes. Die Entlastung des Unternehmens in einem Rechtsstreit
kann die Folge sein.
Es sei in diesem Zusammenhang nur die unselige Beweislastumkehr
erwähnt, die der Ärzteschaft auferlegt worden ist!
Somit kann das Zertifikat ein Unternehmen nicht nur vor Gericht
entlasten, sondern auch Verhandlungen mit Versicherungen erleichtern,
die für entstandene Schäden eintreten sollen.
Zur Vorbereitung auf ein Zertifizierungsverfahren (Audit)
sind verschiedene Fragen zu klären:
Was soll zertifiziert werden - die Gesamtheit oder nur ein Teilbereich?
Welche Mitarbeiter und wie viele sind davon direkt betroffen?
Wann soll das Zertifizierungsaudit durchgeführt werden?
Welcher Zertifizierer bringt notwendige fachliche Qualifikationen
und ausreichend Erfahrung mit?
Welcher Zerifizierer kann sich auf meine individuelle Situation
am besten einstellen?
Mit welchem Zertifizierer verbinden die Patienten hohen medizinischen
Sachverstand?
Welcher Auditor ist mir sympathisch?
Die Auswahl des geeigneten Zertifizierers ist von zentraler Bedeutung
für den Erfolg eines Audits und damit für den zu erwartenden
Nutzen. Der ausgewählte Zertifizierer begutachtet das Qualtitätsmanagement-Handbuch.
Im Anschluss erfolgt die sog. Begehung des zu zertifizierenden Bereiches/der
zu zertifizierenden Abteilung durch den Auditor.
Der Zertifizierungsablauf im Einzelnen:
Nach den ersten Informationen findet ein sog. Projektgespräch
statt.
Anschließend kann fakultativ ein sog. Voraudit (eine erste
Bewertung) durchgeführt werden.
Dann folgen die Prüfung und die Bewertung der vorhandenen Dokumente
(QMH, VAs, AAs, etc.) sowie die Klärung offener Fragen.
Wenn das QM-Handbuch vollständig ist, d.h. alle Forderungen
der Norm sich dort widerspiegeln, wird das Zertifizierungsaudit
durchgeführt, je nach Größe des Unternehmens mit
ein bis zwei Auditoren an einem bis zwei Tagen.
Das Audit endet mit einem Auditbericht, in dem Stärken und
Verbesserungspotentiale des auditierten Bereiches dargestellt werden.
Hier taucht ein grundlegendes Problem auf:
Der Auditor sollte ein Fachmann sein, d.h. er muss die Sprache des
Fachbereiches beherrschen, sprechen und verstehen. Und wer tut das?
Nur die, die ein gleiches Ausbilungsniveau haben. Bei Einrichtungen
des Gesundheitswesens sind das Ärzte, Pflegekräfte im
Krankenhausbereich sowie speziell geschulte Fachleute des Gesundheitswesens.
Der Kunde wird immer in das Geschehen einbezogen, d.h. er erhält
nach dem Zertifizierungsaudit einen umfangreichen Bericht, in dem
die Stärken, Schwächen und die oben schon erwähnten
Verbesserungspotentiale detailliert dargestellt werden.
Gut geführte Zertifizierungsaudits sind ein hervorragendes
Instrument zur kontinuierlichen Optimierung des QM-Systems. Gute
Auditoren motivieren die Mitarbeiter und Praxisinhaber zur Weiterentwicklung
des Systems und tragen somit effizient zur Lebendigkeit und Funktionalität
desselben bei.
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